Schweinderl schon geplündert? Förderung von Energiemanagementsystemen nur noch für kurze Zeit.

Im September 2017 veröffentlichte die ISO (International Organization for Standardization) die Ergebnisse ihrer Umfrage für ISO-Zertifizierungen von Unternehmen. Weltweit wurden 2016 1.644.357 Unternehmen durch die ISO zertifiziert – was eine Steigerung um 8 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Hierzu zählt auch die DIN EN ISO 50001 für Energiemanagementsysteme. Bei der Umfrage der ISO kam heraus, dass bis Ende 2016 ganze 9024 deutsche Unternehmen nach der DIN EN ISO 50001 zertifiziert wurden und Deutschland mit großem Abstand auf Platz 1 im Ranking steht.

Die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001

Mit einem Energiemanagementsystem haben Sie Energieverbrauch und -kosten genau im Blick. Es hilft Ihnen Einsparpotenziale aufzudecken und daraus effiziente Optimierungsmaßnahmen zu entwickeln. Konsequenzen aus der Einführung sind:

  • Senken des Energieverbrauchs
  • Sparen der Verbrauchs- und Produktionskosten
  • Reduzieren der CO2-Emissionen
  • Umweltschonend, energieeffizient und nachhaltig wirtschaften
  • EEG Umlage vermeiden

 

Das BAFA fördert die nachhaltige Weiterentwicklung und Zertifizierung von Unternehmen

Bis Ende Dezember 2017 unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) die Einführung eines Energiemanagementsystems mit staatlichen Fördermitteln. Das sollte man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

Grundsätzlich sind alle Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland antragsberechtigt. Wer also schnell reagiert kann noch profitieren und so Energie und Geld sparen.

Förderfähige Maßnahmen

  • Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems

Eine Erstzertifizierung wird mit bis zu 80 % der förderfähigen Ausgaben, aber maximal 6.000 Euro bezuschusst. Eine externe Beratung vor der Einführung des Energiemanagementsystems kann mit bis zu 60 % der förderfähigen Ausgaben (maximal 3.000 Euro) ebenfalls unterstützt werden.

  • Schulung von Mitarbeitern zu Energiebeauftragten bzw. Managementbeauftragten für ein Energiemanagementsystem

Ist für die Einführung des neuen Energiemanagements eine Schulung von Mitarbeitern zum Energie-/Managementbeauftragten notwendig, wird auch diese mit bis zu 30 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 1.000 Euro, gefördert.

  • Erwerb und die Installation von Mess-, Zähler- und Sensorik-Technologie für Energiemanagementsysteme

Förderfähig ist stationäre Messtechnik, die mindestens eine der folgenden Messgrößen erfassen kann: Strom, Spannung, elektrische Leistung, Temperatur, Wärme- und/oder Kältemenge, Volumenstrom (flüssig,  gasförmig), Beleuchtungsstärke  oder Druckluftmenge.

Der Erwerb von Messtechnik wird mit bis zu 20 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 8.000 Euro mitfinanziert. Ausgaben für die Installation der Messtechnik werden bis zur Höhe von maximal 30 % der Anschaffungskosten ebenfalls als förderfähige Ausgaben anerkannt.

BAFA-Foerderung-Energiemanagementsysteme

Mehr Informationen zur Förderung von Energiemanagementsystemen gibt es direkt hier vom BAFA.

Interessiert? Wir unterstützen Sie gerne bei der Einführung eines Energiemanagementsystems für Ihre Druckluftstation oder dem Ausbau von digitaler Mess- und Sensortechnologie. Fragen Sie uns einfach.

Die Vermessung der Druckluftqualität

Druckluft ist nicht gleich Druckluft. Bei der Erzeugung gibt es einiges zu beachten, gerade wenn auf Energieeffizienz und Langlebigkeit wert gelegt wird. Hier lohnt es sich, einen Schwerpunkt auf die Druckluftaufbereitung zu legen. 5 gute Gründe für die Druckluftaufbereitung finden Sie in einem unserer vorherigen Blog-Beiträge.

Luft ist für unsere Augen durchsichtig, das bedeutet jedoch nicht, dass sie aus Nichts besteht. Naturgemäß enthält sie Gase, Wasser, Öle, verschiedene Partikel oder Mikroorganismen wie Bakterien und Viren. Diese werden bei der Erzeugung von Druckluft noch einmal komprimiert und können in hoher Konzentration erhebliche Schäden in Druckluftsystemen verursachen.

Grundsätzliche Probleme, die in der Regel auftreten wenn Feuchtigkeit, Öl und Partikel in das Druckluftsystem gelangen:

  • Druckluftverbraucher werden störanfälliger – die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit verringert sich
  • Die Qualität des Endproduktes verschlechtert sich insgesamt
  • Druckluftleitungen korrodieren – das führt zu Leckagen oder Verstopfungen, die Durchflussmenge wird dadurch geringer
  • Auch innerhalb des Kompressors können Leckagen entstehen
  • Restwasser stört beim ölen beweglicher Teile und begünstigt den Verschleiß

Um negative Effekte zu vermeiden und die Qualität der Druckluft zu kontrollieren, sollten regelmäßig Druckluftqualitätsmessungen durchgeführt werden.

Druckluftqualitätsmessung

Eine Druckluftqualitätsmessung ist sowohl an zentralen als auch an dezentralen Messpunkten sinnvoll. Ermittelt wird dabei:

  • die Menge der Partikel mithilfe eines Partikelzählers,
  • die bestehende Restfeuchte über einen Taupunktsensor,
  • die Menge an Restöl.

Alle Messergebnisse und Daten sollten pro Messpunkt sorgfältig dokumentiert werden, damit anschließend eine vollständige und zuverlässige Auswertung der Kennzahlen vorgenommen werden kann. Aus der Analyse heraus können dann auf Optimierungspotentiale geschlossen und Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden, sodass auch die Energieeffizienz und Leistungsfähigkeit des Druckluftsystems gesichert wird.

Besondere Anforderungen an die Druckluft

Für die Kategorisierung der Druckluftqualität sind die Bestandteile der Luft ausschlaggebend.

Gerade bei der Herstellung von Lebensmitteln, Getränken und Medizin gelten besonders hohe Qualitätsstandards, denn hier wird besonders reine Luft benötigt. (Reinheitsklassen nach DIN ISO 8573-1).

Die Schwierigkeit dabei? Rund 80 % der Partikel in der angesaugten Luft sind kleiner als 2 μm und werden nicht herausgefiltert. Ebenso können Bakterien, Viren oder Gase in den Kompressor gelangen. Während des Kompressionsvorgangs entsteht zusätzlicher Wasserdampf, der oft zusammen mit Ölen in das Druckluftsystem transportiert werden kann.

Ausschlaggebend für hygienisch einwandfreie Druckluft sind unter anderem der Standort des Kompressors und die passenden Komponenten – vor allem Trockner und Filter.

Ein hochwertiger Trockner sorgt für trockene Druckluft und verhindert Rost und Lecks. Durch eine ausgefeilte Filtration werden Öle abgefangen und spezielle Hygienefilter ( Sterilfilter) halten Bakterien und Viren ab. Diese müssen natürlich regelmäßig ausgetauscht werden.

Auch wichtig zu wissen: Bei der Installation von ölfreien Kompressoren sind die gleichen Filtrationsaspekte zu berücksichtigen wie bei ölgeschmierten.

In jedem Fall darf die Wartung & Reparatur der Anlage und regelmäßige Kontrollmessungen der Druckluftqualität nicht vernachlässigt werden.

Druckluftqualitaet-Mader-Tipps