Jetzt taut’s! So bekommen Sie den Drucktaupunkt in den Griff

Druckluft entsteht durch das Verdichten von Umgebungsluft durch den Kompressor. Damit sind in der Druckluft auch unerwünschte Bestandteile wie z.B. Wasser und Schmutzpartikel enthalten. Um den Anteil dieser Bestandteile zu reduzieren empfiehlt sich die sinnvolle Aufbereitung der Druckluft ( ↑„5 gute Gründe für Druckluftaufbereitung“). Ein Maßstab für die Druckluftqualität (↑„Druckluftqualität nach DIN ISO 8573-1“) ist der Wassergehalt der Druckluft. Der Drucktaupunkt gibt in der Drucklufttechnik an, wie trocken bzw. feucht die Druckluft ist.

Wie kommt das Wasser in die Druckluft?

Wasserdampf ist normaler Bestandteil der Umgebungsluft und damit auch in der Druckluft selbst enthalten. Je höher die Temperatur und das Luftvolumen ist, umso mehr Wasserdampf kann Luft aufnehmen. Sinkt die Temperatur, sinkt auch die Aufnahmefähigkeit der Luft für Feuchtigkeit, der Wasserdampf kondensiert zu Wasser. Das Gleiche passiert, wenn das Luftvolumen, wie bei der Drucklufterzeugung, komprimiert wird. Es gibt einfach nicht mehr „so viel Platz“ für Wasserdampfteilchen. Ab einem bestimmten Punkt im Verdichtungsprozess ist die Luft mit Wasser gesättigt (Hier passt wirklich kein Wasserdampfteilchen mehr rein!) und ein Teil des Wassers fällt als Kondensat aus. Wird zusätzlich die Temperatur abgesenkt, kondensiert noch mehr Wasser aus.

Von wie viel Wasser sprechen wir?

Am Ausgang des Kompressors beträgt die relative Feuchte immer 100% (gesättigte Druckluft). Darüber hinaus können sich auch noch Wassertröpfchen in der Ausgangsluft bilden. Die Kondensatmenge, die ausfällt kann erheblich sein: 20 Liter innerhalb von 8 Stunden scheidet beispielsweise ein 30-kW-Kompressor bei einer Feuchte von 60% und 20 °C Umgebungstemperatur aus. Ohne entsprechende Technik landet das Kondensat in den Leitungen, Maschinen und Geräten.

Warum ist Wasser in der Druckluft problematisch?

Trifft Wasser auf korrosionsempfindliches Metall, kommt es zu Rostbildung. Es entstehen Leckagen und Verstopfungen durch Rostpartikel in Leitungen, Maschinen sowie Geräten. Das hat wiederum Produktionsstillstände, teure Reparaturen und eine mangelhafte Qualität der Endprodukte zur Folge.

Wie kann der Wassergehalt in der Druckluft gesenkt werden?

Trockner haben die Aufgabe die relative Feuchte, also den Sättigungszustand der Druckluft, abzusenken. Das geschieht am häufigsten mit Kälte- oder Adsorptionstrocknern. Kältetrockner kühlen die Druckluft auf 2 bis 5 °C herunter. Der überschüssige Wasserdampf kondensiert und fällt aus. Der Drucktaupunkt beträgt damit ebenfalls 2 bis 5 °C. Überwacht werden Kältetrockner meist über eine einfache Temperaturanzeige. Probleme können jedoch trotz der Temperaturanzeige auftreten, wenn z.B. der Kondensatableiter defekt ist und das Kondensat nicht abgeleitet wird. Ohne zusätzliche Feuchteüberwachung, wird das Problem in einem solchen Fall oft erst (zu) spät erkannt. Adsorptionstrockner binden den Wasserdampf auf der Oberfläche eines Trockenmittels (adsorbieren). Es können Taupunkte von -30 bis -40 °C erreicht werden. Das Trockenmittel muss etwa alle 3 bis 5 Jahre ausgetauscht werden, bei ungünstigen Betriebsbedingungen (mangelnde Vorabscheidung des Kondensats, zu hohe Druckluftmenge etc.).

Wie kann der Feuchtegehalt der Druckluft zuverlässig gemessen werden?

So genannte Taupunktmessgeräte unterstützen bei der Überwachung des Drucktaupunkts. Per Alarm wird eine Grenzwertüberschreitung beim voreingestellten Drucktaupunkt sofort (oder falls gewünscht mit Zeitverzögerung) gemeldet. Es kann sofort reagiert und größere Schäden an der Infrastruktur abgewendet werden.

Drucktaupunkt

Drucktaupunkt Grafik

Ein Gedanke zu “Jetzt taut’s! So bekommen Sie den Drucktaupunkt in den Griff

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