Druck erzeugen bis der Arzt kommt: Fall Nr. 1

14 Jahre lieferte der Patient, ein ungeregelter (starrer) Schraubenkompressor zuverlässig Druckluft für die Produktion eines Industrieunternehmens. Bis er plötzlich ausfiel und nur noch „Störung“ meldete. Für Außenstehende war das „von jetzt auf nachher“. Eine genauere Analyse führt jedoch zu Tage, dass die Entwicklung vorherzusehen war.

Die erste Untersuchung vor Ort ergibt, dass die Verdichterstufe aufgrund von Wasser bzw. einer zu geringen Schmierung und Kühlung kaputt gegangen ist.

Um herauszufinden, wie das Wasser in die Verdichterstufe gelangte, wird eine Druckluftverbrauchsmessung durchgeführt. Sie ergibt, dass die Druckluftanlage mit sehr geringer Auslastung und vielen Leerlaufzyklen betrieben wird. Die zentrale Druckluftaufbereitung wurde entsprechend der maximalen Auslastung des Kompressors ausgelegt. Nach weitergehender Befragung der Beteiligten kommt man zu dem Schluss, dass sich der Druckluftbedarf durch diverse Veränderungen im Maschinenpark „wohl reduziert hat“. Damit entsprechen sowohl der Kompressor als auch die zentrale Aufbereitung nicht dem tatsächlichen Bedarf.

Durch die geringe Auslastung kam der Kompressor nicht richtig „auf Temperatur“. Es bildete sich Kondenswasser, das schließlich die Schmierung und Kühlfunktion in der Verdichterstufe verminderte. Dies führte schließlich zum umfassenden Schaden an der Verdichterstufe.

Aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund des veränderten Druckluftbedarfs wird der defekte Kompressor nicht „wiederbelebt“. Er wird durch einen kleineren drehzahlgeregelten Verdichter ersetzt. Dieser deckt den gesamten Bedarf effizient ab. Auch die zentrale Aufbereitung wird an den tatsächlichen Bedarf angepasst.

Dieser Fall zeigt, wie wichtig eine regelmäßige Messung des Druckluftverbrauchs ist. Durch den Einbau entsprechender Messgeräte kann der Verbrauch automatisiert und dauerhaft überwacht werden. Vor der Anschaffung eines neuen Kompressors empfiehlt sich außerdem eine genaue Analyse des Bedarfs durch einen Druckluftspezialisten.

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 Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Druckluftspezialisten.

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